Frauen rund um die Geburt

Die osteopathische Schwangerschafts- und Wochenbettbegleitung erfolgt immer zusätzlich zur der klassischen, die von einer Hebamme und einem Arzt durchgeführt wird.

In der Schwangerschaft

Die Osteopathie kann bei vielen der klassischen Schwangerschaftsbeschwerden helfen. Dabei ist besonders wertvoll, dass ihre Therapielösungen ohne Medikamente auskommt – ein großer Vorteil, denn in der Schwangerschaft sind viele Arzneimittel nicht zugelassen oder nur eingeschränkt empfehlenswert. Gerade wenn der Körper Schwierigkeiten hat, sich an die tiefgreifenden Veränderungen der Schwangerschaft anzupassen, kann eine osteopathische Behandlung unterstützend wirken. Beispiele für typische Schwierigkeiten sind:

Schmerzen und Funktionsstörungen

Rücken-, Kreuz-, Hüft-, Ischias-, Rippen-, Nackenschmerzen, Beckengürtelschmerzen (Iliosakralsyndrom, Schambeinschmerzen oder Mutterbandschmerzen), angespannte Muskulatur, schmerzhafter Zwerchfellhochstand/ Atem-Einschränkungen

Durchblutungs- und sensomotorische Störungen

begleitend bei beeinträchtigter Beinvenen-Funktion (geschwollene/ müde/ schwere Beine), Vena-cava-Syndrom, Restless-Legs-Syndrom, Karpaltunnelsyndrom

Emotionale Herausforderungen

körperliche Anspannungen mit Stress oder Angst verbunden, Schlafstörungen, Nervosität/ Ruhelosigkeit

Urogenitale Probleme

anhaltender Harndrang, Schmerzen oder Schweregefühl im Beckenbereich

Verdauungsprobleme

übermäßige oder anhaltende Übelkeit über das erste Schwangerschaftsdrittel hinaus, funktionelle Verstopfung, Sodbrennen im letzten Schwangerschaftsdrittel

Ein Sonderfall: Wenn das Baby in Beckenendlage (Steißlage) liegt, kann eine Behandlung eventuell helfen, die Umgebung der Gebärmutter zu entspannen und “Platz zu schaffen”, damit sich das Baby von selbst drehen kann. Je nach Ursache der Beckenendlage ist dies nicht immer möglich. Es sollte jedoch spätestens in der 34. Schwangerschaftswoche versucht werden – je früher desto besser.

Nach der Entbindung

Nach der Geburt steht der Körper der Mutter erneut vor großen Herausforderungen. Die über neun Monate hinweg entstandenen Veränderungen müssen sich nun in kurzer Zeit zurückbilden – oft begleitet von körperlicher Erschöpfung und neuen Belastungen durch das Umsorgen des Babys. Eine osteopathische Behandlung kann dabei gezielt unterstützen: sie hilft dem Körper, Spannungen zu lösen, die durch Schwangerschaft und Geburt entstanden sind, und fördert eine sanfte Rückkehr ins körperliche Gleichgewicht. Denn auch wenn der weibliche Körper ein wahres Wunderwerk der Anpassung ist – manchmal tut ein wenig Hilfe von außen einfach gut.

Es gibt keinen genauen Zeitpunkt nach der Geburt, zu dem eine Behandlung im Wochenbett erfolgen sollte – grundsätzlich ist jeder Zeitpunkt möglich. Hier sind einige Hinweise als Entscheidungshilfe, wann ein Termin für Sie sinnvoll sein könnte:

• Es ist eine Zeit großer hormoneller Veränderungen, in der sich vieles von selbst verändert. Bei akuten Beschwerden gibt es allerdings keinen Grund abzuwarten. Zögern Sie nicht, mich frühzeitig nach der Geburt für eine Konsultation zu kontaktieren.
• Die Behandlung nach der Geburt empfiehlt sich idealerweise vor Beginn der Rückbildung – also noch bevor gezielt mit Beckenbodenübungen gestartet wird. Denn: Ist das Becken gut ausgeglichen, fällt es deutlich leichter, die Beckenbodenmuskulatur kraftvoll und vor allem symmetrisch zu stärken.
• Falls Sie stillen, wirkt dies unterstütztend für meine Arbeit. Durch die Stillhormone bleibt das Gewebe im ganzen Körper weicher. Wenn Sie sich für einen Kontrolltermin entscheiden, ist deswegen der Zeitpunkt vor dem Abstillen ideal.

Häufige Gründe für eine Konsultation im Wochenbett sind:

Schmerzen

angespannte Muskulatur, Sehnenentzündungen in den Schultern/ Daumen/ Handgelenke (oft im Zusammenhang mit dem Tragen des Babys), Pudendundusneuralgie (Schmerzen im "Scham"bereich), Lendenwirbel-, Rippen-, Ischias-, Becken-, Hüfte- Steißbeinschmerzen.

Haltung

Den Eindruck, nicht aus der Schwangerschaftshaltung herauszukommen, mit betonter Krümmung der Wirbelsäule, z.B. ein anhaltendes übertriebenes Hohlkreuz. Nackenschmerzen, oft im Zusammenhang mit den Still-Positionen

Allgemein

Nach ärztlicher Abklärung: Verdauungsprobleme, Atembeschwerden, Harnwegsbeschwerden, gynäkologische Beschwerden

Babys

Vor und während der Geburt ist das Baby verschiedenen Belastungen ausgesetzt. Es gibt sichtbare und subtilere Dysfunktionen, die das Wohlbefinden der Babys beeinträchtigen können. Diese Blockaden werden manchmal von sichtbaren Anzeichen (Deformierung) begleitet, meist aber von nicht sichtbaren (Kompression, Steifheit, Trägheit), die Osteopathen mit geschultem Tastsinn aufspüren können. Typischerweise betroffen sind die Bereiche des Schädels, des Schultergürtels und der Wirbelsäule. Dies hängt mit der Position des Babys im Bauch der Mutter am Ende der Schwangerschaft und/oder dem Übergang in den Geburtskanal zusammen.

Das Neugeborene kann sich mehr oder weniger gut an diese Belastungen anpassen. Die Rolle des Osteopathen besteht darin, ihm zu helfen, sein körperliches Gleichgewicht wiederherzustellen, damit es sein Wachstum unter guten Bedingungen vollziehen kann.

Weitere Gründe für eine Konsultation sind:

Schwierigkeiten beim Stillen

egal ob an beiden Brüsten oder nur an einer Seite. Was die Mama beschreibt: schmerzhaftes Stillen, die Brustwarze kommt verformt aus dem Mund. Was das Baby zeigt: Schwierigkeiten den Mund weit zu öffnen, Schwieriges Andocken, Unruhe beim Stillen.

Unbehagen

überdurchnittliches Weinen und Schreien (sogenannte "Schreikind“), Reizbarkeit, Überstreckung, allgemein erhöhter Grundtonus/ erhöhte Körperspannung

Schlafstörungen

sehr unruhige Nächte, übermäßig langer Einschlafprozess, zu geringe Schlafdauer tagsüber

Asymmetrie der Kopfhaltung

Preferenz mit dem Kopf immer auf derselben Seite geneigt oder gedreht, Torticollis ("Schiefhals"), KiSS-Syndrom (Kopfgelenk-induzierte Symmetriestörung), Gesichts- oder Schädelasymmetrien („Flachkopf“)

Asymmetrie der Körperhaltung

Baby liegt „bananenförmig“, Skoliose der Neugeborenen, "mein Baby ist Links/Rechtshänder" (dies sollte noch nicht ersichtlich sein!)

Augen-Probleme

verstopfter Tränenkanal, Bindehautentzündung einseitig oder beiderseitig, übermäßiges oder anhaltendes Schielen (Strabismus, vom Kinderarzt diagnostiziert)

Geburtskomplikationen

Frühgeburt, Folgen einer Geburt mit Kaiserschnitt, Zange oder Saugglocke, Geburt mit Schulterdystokie

Verdauungsstörungen

Reflux, Verstopfung, Drei-Monats-Koliken (oder früher-/ später-Koliken!), häufiges Anziehen der Beine, Schwierigkeiten beim Stuhlgang

Asymmetrie in der Form der Beine

Deformierung des Unterschenkels, Fehlposition der Füße, begleitend bei angeborene Hüftdysplasie

Wiederkehrenden HNO-Beschwerden

Mittelohrentzündungen, andauernd laufende Nase, Bronchialentzündung, usw.

Kinder & Jugendliche

Die Phasen des schnellen Wachstums, die Kinder und Jugendliche durchlaufen, erfordern eine ständige Anpassung des Körpers an die zahlreichen Veränderungen. Der Ansatz der Osteopathie besteht darin, diese Anpassungen aus einer ganzheitlichen Sichtweise zu begleiten. Denn gelingen sie nur schwer, kann es zu Schmerzen, Krankheiten oder Ungleichgewichten kommen.

Die häufigsten Gründe für einen Besuch beim Osteopathen sind:

Bewegungsapparat

Hüfte-, Knie-, Fuß-, Rückenschmerzen usw, Skoliose und Wachstumsschmerzen, Kopfschmerzen, Folgen von Körperverletzungen (Autosunfall, Sturz, Verstauchung)

Verdauungsapparat

chronische Verdauungsprobleme wie Verstopfung, Kolitis, Refluxkrankheit

HNO-/Kopf-Bereich

osteopathische Begleitung einer kieferorthopädischen Behandlung, wiederkehrende Mittelohrentzündungen/ Nasopharyngitis/ Nebenhöhlenentzündungen

Allgemein

Lern- und Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität, Nervosität, Schlafstörungen (z.B. Einschlafschwierigkeiten, zahlreiches Aufwachen in der Nacht)

Häufige Fragen

Bitte denken Sie daran, für Kinder das Untersuchungsheft (U-Heft) mitzubringen. Eine Behandlung wird von den Kleinen manchmal als langwierig empfunden. Nehmen Sie deshalb gerne die aktuellen Lieblingsbücher und/oder das Lieblingsspielzeug mit (je nach Alter auch Ihre schönste Stimme für ein Kinderlied).

Einfach bequem. Obwohl ich ein Fan von Stoffwindeln bin, sind diese für die Untersuchung des Beckens durch den dicken Stoff sehr unpraktisch. Wenn möglich, nehmen Sie bitte eine Wegwerfwindel mit – notfalls habe ich welche vor Ort.

Überhaupt nicht! Ich behandle lieber ausgeschlafene und satte Kinder (und meiner Erfahrung nach werden sie so auch lieber von mir behandelt 🙂 )